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Lebenswelten und Lebenswege in den Oberharzer Bergstädten

Alltag und soziae Verhältnisse des Bergvolks im 19. Jahrhundert
Verfasser: Suche nach diesem Verfasser Laufer, Johannes (Verfasser)
Verfasserangabe: Laufer, Johannes
Jahr: 2010
Verlag: Hannover, Hahn
Reihe: Veröffentlichungen der historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; 256
Mediengruppe: Sachbuch
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Inhalt

Die Zeit zwischen der Französischen Revolution und dem Ersten Weltkrieg zeichnete sich in besonderer Weise durch tiefgreifende und Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse aus. Die Industrialisierung beschleunigte den Wandel von der ständischen Feudalgesellschaft zur liberalen Bürgergesellschaft. Sie brachte nicht nur ökonomischen Fortschritt, sondern wirkte auch als starke Triebkraft der Modernisierung von Staat und Gesellschaft. In sozialen Protesten, liberalen oder nationalen Bewegungen äußerte sich eine zeitspezifische Sehnsucht der Menschen nach individueller Freiheit und Entfaltung. Die Aufbruchstimmung erfasste in besonderem Maße auch die unteren Bevölkerungsschichten, die immer weniger bereit waren, den engen Rahmen sozialer Ungleichheit und Bevormundung schicksalhaft hinzunehmen. Zunächst aber gerieten viele Menschen im Zuge dieses Wandels in existenzielle Bedrängnis. Sie erlebten die neue ökonomische Freiheit zunächst als Verlust alter sozialer Gewohnheiten oder Bindungen und als neue Abhängigkeit von Märkten und Fabrikherren. Vorwiegend junge Menschen aus sozialen Randgruppen und die bisherigen Verlierer der agrarischen und gewerblichen Modernisierung wurden von der allgemeinen Aufbruchstimmung angezogen und suchten den Weg in die rasant wachsenden Städte. Der Oberharzer Bergbau erlebte seit seiner letzten Blüte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in immer schnellerem Wechsel kurze Konjunkturzyklen und schwere Krisen. Die Menschen, deren Existenz am Berg- und Hüttenwesen hing, waren hin und her gerissen zwischen Not und Unsicherheit einerseits und der Hoffnung auf ein besseres Leben in neuen Welten andererseits. Seit 1845 wanderten Tausende nach Übersee aus oder zogen vom Harz in die wachsenden Gewerbe- und Industriereviere. Um 1900, einer Zeit allgemeiner wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Dynamik, galt die alte Montanregion als Notstandsgebiet. Doch was wissen wir eigentlich über das Leben in der über Jahrhunderte abgegrenzten, heute längst versunkenen Welt der vormals bedeutenden und bevölkerungsreichen Oberharzer Bergstädte? Wie haben wir uns die gesellschaftlichen Zustände vorzustellen? Inwieweit erfassten die Industrialisierung und Urbanisierung, Reform und Revolution oder auch die Nationalstaatsbildung die eigentümliche Welt der Bergstädte und des alten Bergbaus? Johannes Laufer spürt in seinem Buch ausgewählten Fragen der Sozial- und Alltagsgeschichte im Oberharzer Bergbaugebiet nach und gibt Anregungen für weitere Forschungen. Zahlreiche Grafiken, farbige und einfarbige Abbildungen machen das Werk besonders anschaulich.

Details

Verfasser: Suche nach diesem Verfasser Laufer, Johannes (Verfasser)
Verfasserangabe: Laufer, Johannes
Jahr: 2010
Verlag: Hannover, Hahn
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Systematik: Suche nach dieser Systematik GNDS.
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ISBN: 978-3-7752-6056-5
Beschreibung: 420 S., Ill.
Reihe: Veröffentlichungen der historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; 256
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Mediengruppe: Sachbuch