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Das Flachsverarbeitungsgewerbe im Uelzener Becken innerhalb seines sozialen und wirtschaftlichen Gesamtzusammenhangs

Strukturen und Wandel des Arbeitens, Wirtschaftens und Lebens in der Umbruchzeit von 1770 bis 1900
Verfasser: Suche nach diesem Verfasser Merker, Otto (Verfasser)
Jahr: 2011
Verlag: Hannover, Hahn
Reihe: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; 261
Mediengruppe: Buch
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Zweigstelle: Stadtarchiv Signatur: GNDS. 8113 Status: Präsenzbestand Vorbestellungen: 0 Mediengruppe: Buch Lagepläne:

Inhalt

Das Umland von Uelzen war ein Wirtschaftsraum im Kurfürstentum und späteren Königreich Hannover, in dem auf der Grundlage stark variierender Bodenverhältnisse in sehr unterschiedlichem Umfang und divergierender Güte Flachs angebaut, zu Handelsprodukten aufbereitet und weiterverarbeitet wurde. Verwaltungstechnisch handelt es sich dabei um die hannoverschen Amtsbezirke Medingen und Ebstorf sowie Oldenstadt und Bodenteich. Geographisch stellt die Region eine durch Endmoränenzüge deutlich begrenzte Beckenlandschaft dar, die aber die durch die Ilmenau nach Norden, in die Lüneburger Mulde hinein, geöffnet ist. Der Anbau und die Aufbereitung des Flachses waren sehr arbeitsintensive Tätigkeiten. Sie allein lasteten zusammen mit den übrigen Aufgaben der Landwirtschaft die keineswegs zahlreiche ländliche Bevölkerung weitgehend aus. Nur soweit darüber hinaus Zeit blieb, wurde Garn gesponnen und hauptsächlich zu Hausleinen und Bilderwand, dem bäuerlichen Kleidungsstoff verwendet, einiges Garn und Leinen aber wurde auch für den Verkauf produziert. Die Flachskultur in ihren verschiedenartigen Ausprägungen hat entscheidend daran mitgewirkt, den sehr unterschiedlichen kleinräumigen Lebenswelten im Untersuchungsgebiet eine von der Frühen Neuzeit bis weit ins 19. Jahrhundert hineinragende erhebliche Dauerhaftigkeit zu verleihen. Sie hat ferner der unterbäuerlichen Schicht auf dem Lande, dem Gesinde und den Häuslingsfamilien, einen ganz eigentümlichen Lebenszuschnitt fernab von den Wirtschaftskrisen erlaubt, welche diese Schicht in anderen Gegenden des Königreiches Hannover um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu durchleiden hatte. Dank ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung hat die Flachskultur vor allem finanziell die eindrucksvolle Agrarmodernisierung getragen, die der Uelzener Raum im 19. Jahrhundert erlebte. Und schließlich hat sie, zusammen mit den übrigen Besonderheiten des jeweiligen engeren Umlandes, daran mitgewirkt, die sehr individuelle Verfasstheit und wirtschaftliche Entwicklung der Zentralorte zu begründen, der Landesstadt Uelzen ebenso wie der drei ganz verschiedenartig strukturierten Flecken Bevensen, Egstorf und Bodenteich.

Details

Verfasser: Suche nach diesem Verfasser Merker, Otto (Verfasser)
Jahr: 2011
Verlag: Hannover, Hahn
Beilagen: Kt.
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Systematik: Suche nach dieser Systematik GNDS.
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ISBN: 978-3-7752-6061-9
Beschreibung: 655 S., Kt.
Reihe: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; 261
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Mediengruppe: Buch